25. Juli 2024
Erektile Dysfunktion

Die Erektion des Penis ist ein komplexer Vorgang, der mit auditiven, taktilen, olfaktorischen und visuellen Reizen beginnt und mit dem Nervensystem verflochten ist. Die Kontraktion der Strukturen im Penis führt zu seiner Erschlaffung, ihre Entspannung hingegen zur Erektion. Die Ursachen, die diese kontrahierenden und entspannenden Mechanismen stören, zeigen sich als Erektionsstörung.
Medizinische Ursachen der erektilen Dysfunktion
Kardiovaskuläre Ursachen
Da der Penis seiner Struktur nach aus Gefäßen und gefäßassoziierten Strukturen besteht, wird er von allen Erkrankungen beeinflusst, die das Herz-Kreislauf-System betreffen.
Chronische Niereninsuffizienz
Bei mehr als 50 % der Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz tritt eine Erektionsstörung des Penis auf.
Diabetes
Bei der Zuckerkrankheit tritt unabhängig vom Alter in hohem Maße eine Erektionsstörung auf. Diabetes, der zur Gruppe der mikrovaskulären Erkrankungen gehört, führt auch zum metabolischen Syndrom und verursacht durch die Störung der Entspannungsfunktion der Gefäßstrukturen eine erektile Dysfunktion.
Neurologische Erkrankungen
Ursachen neurogenen Ursprungs wie Epilepsie, Parkinson, Alzheimer und zerebrovaskuläre Erkrankungen führen infolge der fortschreitenden Schädigung bestimmter Zentren im zentralen Nervensystem zu einer Erektionsstörung.
Hormonelle Ursachen
Bei Zuständen, die die Produktion und Verwertung von Testosteron einschränken oder verhindern, tritt in etwa 10 % der Fälle eine Erektionsstörung auf.
Weitere Ursachen
Chronische Erkrankungen, andere Erkrankungen des Penis, bei psychogenen Ursachen eingesetzte Medikamente und weitere systemische Erkrankungen führen durch fortschreitende Störungen des Urogenitalsystems und die Degeneration der mikrovaskulären Struktur zu einer Erektionsstörung des Penis.
Chirurgische Ursachen der erektilen Dysfunktion
Die Erektion des Penis beginnt mit Reizen auf Ebene des zentralen Nervensystems oder mit einem spinalen Reflex und wird durch die sympathischen und parasympathischen Nerven gesteuert. Chirurgische Eingriffe, die diese Systeme stören können, lassen sich in 2 Gruppen einteilen.
Direkte Chirurgie des Nervensystems
Kopftrauma/-operation
Rückenmarkstrauma/-operation
Operationen oder Traumata, die den Blutfluss zum Penis behindern
Offene Prostataoperation
Radikale Prostatektomie
Perineale Prostatektomie
Offene Chirurgie von Blasentumoren
Bilaterale Orchiektomie
Und andere Baucheingriffe, die das Becken einbeziehen
Behandlung der erektilen Dysfunktion
Die Behandlung dieses Problems wird unter 2 Hauptüberschriften behandelt:
Nichtchirurgische medikamentöse und unterstützende Methoden:
ESWT-Behandlung: Die Stoßwellentherapie ist heute eine Behandlungsmethode der neuesten Generation ohne Komplikationen, mit kurzen Sitzungszeiten, ohne Narkose und ohne stationären Aufenthalt; sie behandelt, indem sie das Gefäßsystem des Penis erneuert und erweitert.
Erektionsfördernde Medikamente: Auf Gewebeebene handelt es sich um eine medikamentöse Behandlung, die eher für einen bestimmten Zeitraum die Gefäßdurchlässigkeit erhöht, als eine Heilung zu bewirken.
Injektionstherapie in den Penis: Dies ist ein recht schmerzhafter und komplikationsbehafteter Eingriff, bei dem der Patient selbst oder medizinisches Personal eine Injektion an der Seite des Penis vornimmt, an der die oberflächliche Durchblutung am geringsten ist.
Chirurgische Methoden
Das Hauptziel besteht hier darin, die Gefäßstrukturen im Penis zu entfernen und durch eine Prothese zu ersetzen. Infektionen, Gewebeunverträglichkeiten und Defekte an den Prothesenteilen sind die häufigsten Nebenwirkungen.
Auswirkungen der erektilen Dysfunktion
Der Mensch ist seiner Natur nach ein Wesen, das auf 3 grundlegenden Antrieben aufgebaut ist. Einer davon ist die Sexualität. Die erektile Dysfunktion ist bei Männern eine bedeutende Erkrankung mit sowohl körperlichen als auch psychischen Auswirkungen. Sie sollte sogar nicht nur individuell, sondern auch gesellschaftlich betrachtet werden. Neben einer Behandlung der neuen Generation wie der ESWT, die wir bei der Erektionsstörung einsetzen, sollte die betroffene Person auch strukturelle Veränderungen vornehmen. Der wichtigste Faktor ist die Bewegung. Damit die neu gebildeten Gefäße offen bleiben und die erforderliche Durchblutung gewährleistet ist, wird ein täglicher, ununterbrochener 45-minütiger Spaziergang sowohl die Sauerstoffversorgung des Gewebes steigern als auch seine Ernährung sicherstellen. So lassen sich nicht nur zwei, sondern weitaus mehr Fliegen mit einer Klappe schlagen. Mit einer bewussten Ernährung kann zudem ein gesünderes und energiegeladeneres Zusammensein erreicht werden.
Erektile Dysfunktion und Behandlungen ohne nachgewiesene Wirksamkeit
Dank der sich heute entwickelnden Technologien und der zunehmenden Nutzung sozialer Netzwerke und des Internets sehen wir bei der Erektionsstörung Behandlungsvorschläge von vielen unqualifizierten Personen. Solche Behandlungsmethoden heilen nicht nur nicht, sondern vertiefen das bestehende Problem und machen es ausweglos. Achten Sie bitte unbedingt mit größter Sorgfalt darauf, dass Ihre Behandlungen unter der Kontrolle eines Facharztes für Urologie stehen.