25. Juli 2024
Was ist die Peyronie-Krankheit?

Die Peyronie-Krankheit ist eine Erkrankung des Penis, die durch Plaquebildung infolge von Narbengewebe im Penis gekennzeichnet ist. Durch die verursachten Verkrümmungen verhindert sie eine gerade und feste Erektion.
Ein Teil der Männer mit Peyronie-Krankheit kann sein Sexualleben fortführen. Für viele entwickelt sie sich jedoch zu einer schmerzhaften erektilen Dysfunktion.
Je nach Symptomen wurden zahlreiche Behandlungsformen beschrieben.
Was verursacht die Peyronie-Krankheit?
Bis heute wissen die Wissenschaftler nicht genau, was die Peyronie-Krankheit verursacht. Viele Forscher gehen davon aus, dass diese Plaques infolge einer Einblutung in den Penis nach einem Trauma (Stoß, Abknicken) entstehen. Solche Verletzungen sind nicht immer mit bloßem Auge erkennbar.
In anderen Fällen kann sie sich im Laufe der Zeit auf genetischer Grundlage entwickeln. Bei manchen Männern treten Trauma und genetische Veranlagung gemeinsam auf.
Auch wenn dies nicht vollständig belegt ist, wird in den Beipackzetteln einiger Medikamente die Peyronie-Krankheit als mögliche Nebenwirkung aufgeführt.
Wer bekommt die Peyronie-Krankheit?
Obwohl sie am häufigsten bei Männern mittleren Alters auftritt, kann sie auch bei jüngeren und älteren Männern vorkommen.
Ihre Häufigkeit nimmt beim Mann mit dem Alter zu. Sie ist jedoch kein natürlicher Bestandteil des Alterns.
Welche Symptome hat die Peyronie-Krankheit?
Die Symptome können sich langsam entwickeln oder plötzlich auftreten. Im weichen Zustand des Penis ist kein Problem erkennbar. In fortgeschrittenen Fällen beeinträchtigt die verhärtete Plaque jedoch die Elastizität und führt während der Erektion zu Verkrümmungen und Schmerzen im Penis.
In den meisten Fällen lässt der Schmerz mit der Zeit etwas nach, während sich die Verkrümmung zunehmend verschlimmert.
Bei einigen Männern mit Peyronie-Krankheit kann eine Plaquebildung wie am Penis auch an anderen Körperstellen auftreten, meist an Händen und Füßen. Bei Patienten mit Dupuytren-Kontraktur — einer Narbengewebsbildung an den Händen, die die Finger betrifft — kommt die Peyronie-Krankheit häufiger vor als in der übrigen Bevölkerung.
Wie stellen Ärzte die Diagnose der Peyronie-Krankheit?
Schildern Sie Ihrem Arzt Ihre gesamte Vorgeschichte vor Beginn der Symptome so genau wie möglich.
Bei der körperlichen Untersuchung wird Ihr Urologe das am Penis entstandene verhärtete Gewebe feststellen. Auch wenn dies kein häufig angewendetes Verfahren ist, kann die Untersuchung in fortgeschrittenen Fällen auch nach einer Injektion erfolgen, die den Penis versteift.
Für die weitere Verlaufskontrolle des Patienten kann vor der Behandlung ein peniler Doppler-Ultraschall angefordert werden.
Selten kann bei einigen Patienten — wenn der Urologe die Peyronie-Krankheit bei der körperlichen Untersuchung nicht eindeutig diagnostizieren kann oder wenn die Erkrankung untypisch schnell fortschreitet — eine Biopsie aus dem Penis entnommen werden. Dabei wird ein sehr kleines Gewebestück aus dem betroffenen Bereich entnommen und in die Pathologie geschickt.
Kann die Peyronie-Krankheit behandelt werden?
Ja — es ist jedoch sehr wichtig, dass Sie gemeinsam mit Ihrem Urologen die für den Schweregrad Ihrer Erkrankung am besten geeignete Behandlungsform auswählen.
Welche Behandlungen gibt es für die Peyronie-Krankheit?
Bei der Peyronie-Krankheit gibt es 4 Hauptbehandlungsformen.
Medikamentöse Therapie: eine Behandlungsform, die Jahre dauern kann. Viele Medikamente wurden erprobt, und die zuletzt am häufigsten eingesetzten wurden vor Kurzem vom Weltverband der Urologie für die Anwendung untersagt.
Chirurgische Behandlung: Es gibt 3 Varianten. Während die ersten beiden Erektionsprobleme verursachen können, ist die Penisprothese (das Penisimplantat) vergleichsweise komplikationsärmer.
Kombination aus ESWT-Behandlung + Injektion: Diese auf Stoßwellen basierende Behandlungsform ist derzeit das neueste Behandlungsprotokoll weltweit. Sie hat keinerlei Nebenwirkungen. Dank kurzer Sitzungen kann der Alltag normal weitergeführt werden. Mit Unterstützung des Enzyms Kollagenase steigen die Erfolgsraten deutlich. Nach der bis zu 6 Monate dauernden Gefäßneubildung (Revaskularisation) zeigen sich eine Verkleinerung der Plaques, ein Rückgang der Schmerzen und eine Besserung der Verkrümmungen.
Helfen Vitamine?
Zur Kombination von Vitamin E und Colchicin gibt es zahlreiche Studien. Es wurden jedoch keine Belege für ihren Erfolg gefunden.
Weitere Optionen
Sehr selten wurde eine Strahlentherapie der Plaques durchgeführt. Auch diese meist gegen Schmerzen eingesetzte Methode ist nicht belegt. Sie wird heute nicht routinemäßig angewendet.